Globalfoundries

Warnstreik am 11. März 2020

„Ich habe noch bis vor wenigen Minuten inständig gehofft, dass uns die Geschäftsführung endlich ihre Hand für Tarifverhandlungen reicht und wir diesen Warnstreik abblasen können“, so Oliver Heinrich, Landesbezirksleiter Nordost und Verhandlungsführer, „Aber stattdessen  haben sie nur mit weiteren Worthülsen die Luft bewegt und versucht mit 100-Euro-Streikbrechergeld Kolleginnen und Kollegen davon abzubringen, sich an unserem Warnstreik zu beteiligen“.

DGB Matthias Eulitz

Dass das nicht gelungen ist, zeigte die Teilnahme von über 300  engagierten Beteiligten, die sich ab 15 Uhr zu einem Warnstreik vor den Toren von Globalfoundries zusammen gefunden haben, um für einen Tarifvertrag zu kämpfen, der ihnen mehr Rechte, mehr Geld und eine faire Arbeitszeit bringt. Trotz eisigem Wind kühlte die angeheizte Stimmung unter den Teilnehmern nicht ab und der Unmut war bis in die Chefetage deutlich zu hören. Der Warnstreik war mit cirka 8 Stunden angesetzt und dauerte bis in die Abendstunden an. Ab 18 Uhr verdoppelte sich die Zahl der Streikenden durch die dann startende Nachtschicht. Die Produktion war beeinträchtigt. 

DGB Matthias Eulitz

Nach wie vor ist es der IG BCE unverständlich, dass das Unternehmen scheinbar fast eine panische Angst vor einem Haustarifvertrag hat bzw. sich das Dresdner Halbleiterwerk von GF nicht dem Arbeitgeberverband anschließt, wo sich Betriebe nach dem Chemie-Tarifvertrag richten, der  teilweise bis zu 10 000 Euro mehr Jahreseinkommen bringt und eine Arbeitszeitverkürzung um 90 Minuten.

DGB Matthias Eulitz

Heinrich: „ Beschäftigte sind doch das wichtigste Kapital der Unternehmen. Wir wollen eine Tarifbindung für die Beschäftigten bei Globalfoundries. Wir geben den Betrieben und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern damit das klare Signal, dass wir an ihrer Seite stehen und alles tun, um sie zu unterstützen. Das ist  doch für alle eindeutig eine win-win-Sitation“.

DGB Matthias Eulitz

Karin Aigner, Pressesprecherin Nordost: "Der Ball liegt nun deutlich bei  Globalfoundries. Die Gewerkschaft hat einen langen Atem und genug Power für einen langen Arbeitskampf.  Uns wurden bei der Kundgebung aus ganz Deutschlang aufmunternde Worte von Kollegen und Kolleginnen übermittelt, die uns Mut zugesprochen haben mit der Botschaft durchzuhalten und uns von niemandem nicht einschüchtern zu lassen!“ Der Warnstreik lief sehr friedlich ab und unter allen Beteiligten herrschte eine gute Stimmung, wenngleich natürlich erhitzte Debatten nach dem Motto „Wir haben die Schnauze voll“ nicht ausblieben.

Oliver Heinrich weiter: Trotzdem ist klar: "Uns ist jede Verhandlung lieber als ein weiterer Streik. Warten wir erstmal die nächsten Tage ab!“

Er bedankte sich bei allen Kollegen und Kolleginnen, die mit ihrer Beteiligung ein klares Signal an das Unternehmen gesendet haben: „Es geht hier um Gerechtigkeit. Auch wir wollen einen Tarifvertrag. Ihr trägt Eure Geschäftspolitik auf unseren Schultern aus!"

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