• 11.12.2017
  • Medieninformation XXI/63
"Berliner Erklärung“ der IG BCE

„Neue Intensität der Auseinandersetzung um gute Industriearbeit“

Die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) will Investitionen und Innovation in der Industrie in der öffentlichen Diskussion wieder mehr Raum geben. Mehr als 1000 Betriebsräte aus den IG-BCE-Branchen berieten dazu am Montag auf einer Konferenz in Berlin eine „Berliner Erklärung“ mit dem Titel „Energie, Industrie, Klima - Unsere Zukunftsstrategie“. „Wir starten heute eine neue Intensität der Auseinandersetzung um gute Industriearbeit der Zukunft“, sagte der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis. Die Beschäftigten in den Industriebranchen seien es leid zu erleben, „wie unsere Arbeitsplätze Spielball der Politik werden“.

Xander Heinl/PHOTOTHEK

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE
11.12.2017
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Die „Berliner Erklärung“ kritisiert eine Klimapolitik, die allein auf Ausstiege und Schrumpfung setze, denn auf Innovation. Gleichzeitig mangele es an Unterstützung für industrielle Großprojekte und bei der öffentlichen Hand habe sich ein Investitionsstau von 150 Milliarden Euro angesammelt. „Die deutsche Hochleistungswirtschaft braucht eine klare gesellschaftliche Verständigung, dass die großen Fragen von Wohlstand und Lebensqualität nur über Innovation, Technologie und nachhaltiges Wachstum gelöst werden können“, heißt es in der Erklärung.

Die IG BCE fordert von der Politik, aus der Energiewende ein Wachstums- und Zukunftsprojekt zu machen. „Der Schlüssel liegt in Innovation und Technologie und nicht in einer Kette von Ausstiegsbeschlüssen.“ Bis heute seien entscheidende Fortschritte ausgeblieben, um Strom aus erneuerbaren Energien effizient und verlässlich bereitzustellen. Um entsprechende Innovationen voranzubringen bedürfe es einer staatlichen Technologieförderung. Deutschland müsse den Klimaschutz mit seinen Stärken Innovation, Wertarbeit und Verantwortungsbewusstsein voranbringen. „Daraus wollen wir ein echtes Zukunftspaket schnüren, das dem weltweiten Ansehen deutscher Ingenieurskunst und dem Qualitätsversprechen von ,Made in Germany’ gerecht wird.“

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Gleichzeitig kritisieren Gewerkschaft und Betriebsräte den Investitionsstau in Deutschland. „Erst bleiben die Investitionen aus, dann gehen die Arbeitsplätze“, heißt es in der Erklärung. Es müsse zentrale Aufgabe der kommenden Bundesregierung sein, die öffentliche Investitionstätigkeit wieder zu erhöhen - etwa für Infrastrukturmaßnahmen - und die Rahmenbedingungen für mehr Investitionen in den Unternehmen zu schaffen.

In der Politik würden die Industriearbeitsplätze immer öfter wie eine „Restgröße“ behandelt, kritisierte IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis. Deshalb werde die Gewerkschaft die Menschen „aus der Abstraktion herausholen“ - mit einer bundesweiten Selfie-Aktion unter dem Motto „#WIRSINDHIER“, die klarmachen solle, welche Gesichter hinter dem Wohlstandmotor industrie stünden. „Wir erwarten, dass die Politik mit mehr Respekt und Kenntnis auf ihre Arbeitsplätze blickt.“ Das gelte vor allem für die möglichen Regierungspartner Union und SPD.

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